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Folge 14 - Erij

Herkunftsland und Erstsprache: TunesienArabisch

Studium in Deutschland: Bachelorstudium Chemieingenieurwesen6 Semester — Technische Universität Dortmund

Publikationsdatum: 16.09.2022Aufnahmedatum: 30.09.2021

Folgende Informationen wurden in der Folge erwähnt, hier finden Sie weiterführende Links dazu:

Transkript:

I: Ja, einen wunderschönen guten Morgen zusammen. Heute bei mir zu Gast ist Erij und sie kommt ursprünglich aus Tunesien und ist gerade mir im virtuellen Raum, nach wie vor, aus Dortmund zugeschaltet. Sie studiert dort an der Technischen Universität das Fach Chemieingenieurwesen. Und ist jetzt im sechsten Semester ihres Bachelorstudiums. Hallo Erij, herzlich willkommen.

E: Hallo, danke, dass ich hier heute sein darf.

I: Wie geht es dir?

E: Mir geht es gut. Wie geht es dir?

I: Ja, auch gut. Ja, heute haben wir ein, würde ich sagen, technisches Fach, wenn es um Ingenieure geht. Nenne uns bitte fünf Schlüsselworte aus deinem Fach, beziehungsweise aus deinem Studium.

E: Also wenn ich mein Studium in fünf Wörtern zusammenfassen müsste, dann wäre das Wissenschaft, Industrie, Technik, Medikamentenherstellung und Labor.

I: Okay, vielen Dank. Ja das brauchen wir, ne? Wie von jedem Teilnehmenden und jeder Teilnehmenden, ihr wisst ja wofür. Und jetzt werfen wir einen Blick zurück, wie alles angefangen hat. Wie bist du denn nach Deutschland zum Studieren gekommen und warum?

E: Also ich wollte schon immer ins Ausland gehen, um zu studieren und nach dem Abi hatte ich die Möglichkeit, nach dem Ausland zu gehen, weil meine Eltern das auch unterstützt haben und dann dachte ich mir: „Okay, in Deutschland ist das Ingenieurstudium sehr beliebt und da kann man auch ja sehr gute Möglichkeiten haben, und auch gute Berufsaussichten hat man in der Zukunft", deswegen ja dachte ich: „Okay, ich nehme jetzt mir ein Jahr, um Deutsch zu lernen und dann kann ich mich bewerben an den Universitäten".

I: Ein Jahr, um Deutsch zu lernen?

E: Genau.

I: Das hast du in einem Jahr geschafft?

E: Ja, also das schaffen tatsächlich viele, also man bewirbt sich in einer Sprachschule und dann fängt man ja vom A1 Niveau bis zum B2 mindestens, weil das ja die Voraussetzung, um sich an einer deutschen Hochschule zu bewerben. Man kann ja auch bis zum C1 machen und dann nach diesem B2 muss man einen Sprachkurs belegen, also es gibt verschiedene, die beliebtesten sind DSH und TestDaF.

I: Sprachprüfung, meinst du?

E: Genau. TestDaF steht für das für Deutsche als Fremdsprache und DSH ist Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang. Und ich habe tatsächlich die DSH belegt.

I: Das heißt schon in deinem Heimatland?

E: Nee, ich war schon in Deutschland. Ja, ich bin dann direkt nach meinem Abi hier gekommen und

I: Gleich nach Dortmund?

E: Nein, da war ich in Heidelberg.

I: Okay.

E: Ja die Sprachschule hieß damals F+U Academy of Languages und dann habe ich mit dem Deutschkurs angefangen, danach habe ich diese DSH-Prüfung belegt, das war damals in Aachen, an der Hochschule Aachen. Es ist auch schwierig, ein Platz überhaupt zu bekommen für diese Prüfung, also.

I: Für den Sprachkurs?

E: Genau, also man bewirbt sich an mehreren Hochschulen und dann bekommt man einen Platz für die Prüfung und ja, das war für mich, also es hat ganz schnell geklappt und ja, dann habe ich diese Prüfung geschrieben.

I: Also es ist unabhängig, wo du dann später studieren möchtest, ne? Du kannst dich überall bewerben.

E: Ja, genau, man muss sich einfach nur diese Prüfungen schreiben irgendwo in Deutschland. Und ja, das hat ganz gut geklappt. Ich habe dann gut bestanden und danach habe ich alle meine Unterlage gesammelt und mich an Unis beworben. Ja, eine Sache muss man auch im Kopf behalten, dass man als Ausländer nicht direkt an Unis bewerben kann, sondern man muss auf diesem Portal, das heißt uni-assist.

E: Genau, man muss dort alle seine Unterlagen hochladen und dann, das dieses Portal übermittelt dann die Unterlagen an die Uni weiter

I: Verrätst du uns, an wie vielen Universitäten oder Hochschulen hast du dich beworben?

E: Also ganz genau, was ich jetzt nicht mehr, es müssten so um die fünf Hochschulen sein.

I: Also unter zehn.

E: Genau, also nicht so viele und ja dann habe ich mich für die TU Dortmund entschieden, weil das war die erste Uni, die mir eine Zulassung gegeben hat tatsächlich. Ich war ein bisschen unter Zeitdruck, denn ich musste umziehen und dann noch einen neuen Aufenthaltstitel

I: Organisieren.

E: Ja, genau und ja, dann hatte ich, also ich konnte nicht auf die anderen Unis warten, weil das war schon ´ne späte Zusage, die ich von der TU bekommen habe. Das war so Mitte September, meine ich, und ich musste dann umziehen, mich anschreiben und so.

I: Okay, und kamen dann noch weitere Zusagen?

E: Ja, die kamen weiter, aber das war dann zu spät. Das war Ende September oder Anfang Oktober und in der Zeit habe ich dann mich schon eingeschrieben an der TU Dortmund und da bin ich schon umgezogen, also war für mich zu spät leider.

I: Und bist du zufrieden oder würdest du im Nachhinein etwas anders machen?

E: Also ich bin schon zufrieden mit meinem Fach, aber ich wäre vielleicht lieber in einer größeren Stadt, wie Berlin oder Köln, weil da hat man auch mal Diversität und so, aber ich bin jetzt an sich zufrieden. Ich würde vielleicht für den Master umziehen oder für den Job später, ja.

I: Okay. Ja, also TU Dortmund, Chemieingenieurwesen. Erzähl mal, was macht dein Fach aus? Welche Teilbereiche gibt es da, welche Module, welche Schwerpunkte?

E: Also das Fach an sich, ja, wir lernen am Anfang alle Grundlagen für Chemie, Mathe, Physik, Mechanik. Und mit diesen Grundlagen kann man danach, kommen danach Fächer, wie Thermodynamik, Strömungsmechanik, Verfahrenstechnik und mit diesen Fächern ist man in der Lage, danach als Ingenieur alles Mögliche herzustellen. Ja kann man arbeiten in Pharmaindustrie, Kosmetikindustrie, Ölindustrie, man kann auch (unv.) herstellen, man kann also alles Mögliche machen so vom Rohmaterial zum Endprodukt umwandeln, das ist ja die Hauptsache des Fachs.

I: Ja, und was ist dein Lieblingsbereich?

E: Mein Lieblingsbereich ist tatsächlich Prozesssimulation. In diesem Fach arbeitet man mit Softwares und User-Interfaces, um Prozesse zu regulieren. D.h. man kombiniert das Fach nicht nur Chemie und Industrie, sondern auch mit Informatik und das finde ich sehr spannend.

I: Hast du irgendwie ein Projektbeispiel? Was kann man da... Ich habe es noch nicht verstanden.

E: Also ja, z.B. letztes Jahr haben wir mit Aspen Plus gearbeitet und das war in einem Laborpraktikum bei uns an der Uni. Wir hatten so eine kleine Anlage von einem Prozess und wir müssen diesen Prozess simulieren, d.h. wir arbeiten nicht nur direkt mit der Anlage, sondern wir haben so ein Software und dadurch kann man dieses Prozess kontrollieren. Man kann das starten oder stoppen und man hat so verschiedene Tools, um ja direkt zu kontrollieren und noch zu regulieren.

I: Ja, sehr spannend. Ich möchte jetzt nicht Stereotype ansprechen, aber gibt es viele Frauen, die deinen Fach studieren?

E: Ja, also tatsächlich sind das viel mehr Männer, also wir haben eine hohe Männerquote und das finde ich eigentlich schade, dass wir nicht so viele Frauen haben in dem Fach.

I: Und wie bist du als Frau auf das Fach gekommen, überhaupt?

E: Also an der Schule war Chemie immer eins meiner Lieblingsfächer, aber ich wollte nicht so was rein Wissenschaftliches studieren, weil dann hat man, ist man mehr eingeschränkt, was die Auswahl angeht, so nach dem Studium. Da kann man nur in der Wissenschaft oder in der Forschung und ich wollte mehr in die Industrie gehen und mehr entwickeln können und dann war für mich diese Kombination aus Chemie und Technik so das Idealste, was ich machen konnte, glaube ich. Und ja, dann habe ich Chemieingenieurwesen gefunden.

I: Und gibt es noch Bereiche, die dir irgendwie schwerfallen?

E: Ja tatsächlich schon, also es ist an sich ein sehr anspruchsvolles Studium. Wir haben sehr viel, mit dem ich am Anfang so ein bisschen Schwierigkeiten hatte, wie z.B. Strömungsmechanik. Das ist ein Fach, wo man lernt wie das Wasser und Fluide strömen und die Mathematik dahinter, also es sind sehr viele Formeln und sehr viel Mathematik. Ja, am Anfang ist ein bisschen schwierig das Ganze, also sehr viel Input, aber ja, sobald man das lernt, dann fällt es einem auch ein bisschen einfacher.

I: Und wie denkst du: Muss man bestimmte Fähigkeiten mitbringen, um das Fach studieren zu können?

E: Also man muss sehr viel Interesse an Wissenschaft mitbringen auf jeden Fall und die Bereitschaft haben, viel Mathe zu lernen, weil wir haben Mathe im Studium und wir haben so drei Semester lang höhere Mathematik. Also wenn man nicht damit klarkommt, dann ist wahrscheinlich das Fach nicht wert (unv.) denn

I: Ja muss man auch außer rechnen und programmieren oder anwenden, viel lesen und schreiben?

E: Ja, tatsächlich, also schreiben nicht, aber wir müssen viele Bücher lesen, also es ist so, dass in jeder Vorlesung am ersten Tag die Professoren uns ein paar Bücherempfehlungen vorstellen und dann empfehlen, dass wir im Laufe des Semesters das Buch lesen, weil es wird sehr viel Wert gelegt auf Selbststudium, d.h. es wird in der Vorlesung nicht alles dargestellt, was auch in der Klausur vorkommt, sondern wir müssen auch selber recherchieren und lesen.

I: Und dann? Gibt es Präsentationen oder, du hast jetzt gesagt Vorlesung, Klausur? Was gibt es noch für Arbeitsformen oder Unterrichtsformen?

E: Also Präsentationen haben wir tatsächlich nicht. Wir haben, ja vor allen es ist überwiegend Vorlesungen und Klausuren, wir haben auch Laborpraktika und dafür müssen wir dann Auswertungen machen, also manchmal müssen wir so Berichte schreiben. Aber es ist überwiegend auch Auswertungen auf Excel und sehr viel rechnen. Also es ist nur minimal schreiben.

I: Gibt es noch andere Prüfungsleistungen aus der Klausur? Irgendwelche mündliche Prüfungen?

E: Nee, also tatsächlich haben wir das gar nicht. Das sind zu 90 Prozent schriftliche Klausuren und der Rest ist Laborpraktika.

I: Okay und dann kommt irgendwann die Bachelorarbeit, oder?

E: Genau, ja. Vor der Bachelorarbeit haben wir noch eine Gruppenarbeit. Ja, das ist auch überwiegend sehr viel rechnen und dann so jede Woche muss man dann einen Bericht abgeben und ganz am Ende kommt auch eine kleine Präsentation, aber ich würde sagen, ich glaube, es ist die einzige Präsentation, was man im Studium machen muss.

I: Hast du noch weit bis zur Bachelorarbeit oder schon fast fertig?

E: Also ich hoffe, dass ich im nächsten oder übernächsten Semester meine Bachelorarbeit schreiben könnte, das kommt drauf an, wie viel Credit Points ich bis dahin habe, weil man muss 180 Leistungspunkte haben, bevor man das anfangen darf.

I: Ja und schreibt man dann die Bachelorarbeit in einem Unternehmen oder?

E: Das macht man tatsächlich an der Uni im Labor, weil die wollen bei uns, dass wir das eine wissenschaftliche Arbeit machen und nicht eine industrielle, genau.

I: Okay. Ja, Laborpraktika, hast du gesagt, sind ein fester Bestandteil des Studiums. Gibt es auch andere Praktika außerhalb der Universität?

E: Genau, wir haben ein Pflicht-Industriepraktikum, das man absolvieren muss innerhalb des Studiums und ja, dafür... Das muss man selber finden, also muss man sich selber Industrien aussuchen und sich selber bewerben und ja, dann kommt man irgendwann in einem Unternehmen, also das muss irgendwas mit Chemie zu tun haben, also entweder, ja ein Technikunternehmen, das auf Chemie fokussiert oder halt in einem Labor.

I: Hast du das schon hinter dir?

E: Ja, das habe ich tatsächlich schon hinter mir zum Glück. Da habe ich mich an einem pharmazeutischen Unternehmen tatsächlich beworben und wurde aufgenommen.

I: Wie lange ist so ein Praktikum? Drei Monate?

E: Das sind zwei bis drei Monate, genau.

I: Ist das bezahlt?

E: Also bei mir war das nicht bezahlt, aber ich glaube, in der Regel ist es schon, ja, ja.

I: Ja, also sehr interessant. Du hast schon gesagt, vor der Bachelorarbeit muss man eine kleine Gruppen- oder große Gruppenarbeit absolvieren. Arbeitet man generell in Gruppen oder eher allein?

E: Das ist eher selten, dass man in Gruppen arbeitet. Das ist die einzige Gruppenarbeit tatsächlich, die wir im Studium haben. Sonst, wenn man auch mit Kommilitonen arbeitet, wäre das beim Laborpraktika, weil da arbeitet man zu zweit im Labor, aber das war´s auch, also in den Vorlesungen und für die Klausuren ist man

I: Klar, allein.

E: Es sei denn, man hat eine Lerngruppe und ja.

I: Hast du eine?

E: Am Anfang hatte ich eine, weil ich war ein bisschen überfordert ganz am Anfang von ganzen Fächern, und zwar Neuanfang und ich dachte: „Okay, vielleicht jetzt wäre es besser, wenn ich mit Leuten lerne und dann kann man so Ideen austauschen und so", aber dann habe ich schnell bemerkt, dass ich lieber alleine lerne und effizienter bin, wenn ich alleine lerne. Ja, dann habe ich, jetzt habe ich keine Lerngruppe mehr.

I: Ja, aber erzähl mal, wie war das für dich, als du nach Deutschland kamst, findet man schnell Kontakte? Sind die dann mit internationalen Studierenden eher oder auch mit Inländern?

E: Ja, also gute Frage, weil ganz am Anfang hatte ich tatsächlich sehr wenig Kontakt zu Deutschen, vor allem in diesem ersten Jahr, weil ich die Sprache gelernt habe, weil dann hatte ich nur Kontakt zu Mitschülern, die auch Deutsch gelernt haben. Und auch da, wo ich gewohnt habe, ich habe in einem Wohnheim gewohnt, das war auch mit dieser Schule und dann, ja alle meine Freunde waren Ausländer und deshalb habe ich auch, hatte ich weniger Möglichkeit, so richtig Deutsch zu üben mit Muttersprachlern. Und ja, also mein erster, richtiger Kontakt mit Deutschen war dann als ich die Uni angefangen habe.

I: Im Studium?

E: Genau, und das war auf mich so ein bisschen der Schock von der Sprache her, weil man... die Leute reden im Alltag nicht, wie das

I: Wie man das im Kurs lernt.

E: Ja und das war ganz anders und ich war so ein bisschen schockiert, weil vor dem Studium dachte ich mir: „Oh, okay, ich kann sehr gut Deutsch. Ich habe jetzt die Prüfung gut bestanden", dann habe ich gemerkt, oh nein, die Leute reden doch anders, ich muss mich jetzt ein bisschen noch daran gewöhnen, aber ja, nach einer gewissen Zeit hat man, hat es ganz gut geklappt und ja.

I: Ja, wie hast du das geschafft? Hattest du bestimmte Strategien? Wie hast du dein Deutsch dann verbessert in Richtung Alltagssprache?

E: Also sobald ich angefangen habe unter Deutsche zu kommen und mir auch deutsche Freunde gemacht habe, ging das eigentlich sehr, sehr schnell, also man lernt einfach so passiv die Sprache, ohne daran zu denken, wenn man einfach Leute hat, die miteinander reden und das kann man auch sehr viel verbessern, indem ich habe z.B. damals sehr viele Podcast gehört auf Deutsch und auch Filme geschaut auf Deutsch und so und das hilft einem sehr, sehr viel weiterzukommen.

I: Gutes Stichwort – Podcast. Und gibt es auch im Fachbereich eine Fachschaft oder eine Studierendenvertretung, die auch einen unterstützen?

E: Genau, wir hatten eine Fachschaft und die unterstützt vor allem bei der Klausurvorbereitung. Die stellen z.B. alte Klausuren vor und sie haben so einen Fachschaftsraum auf Moodle, wo dann, ja alte Tutorien vorstellen und ja, wenn man Hilfe braucht, dann helfen einem.

I: Ja, sehr schön. Ja, du hast uns schon so viel aus deinem Studium erzählt. Dann habe ich eine Frage: Was kommt danach? Hast du schon eine konkrete Vorstellung, was du nach dem Bachelorstudium machst? Ich glaube, ein Masterstudium ist schon als Stichwort gefallen, oder?

E: Ja, genau, also ganz konkret, weiß ich jetzt noch nicht, ich würde gerne einen Master weitermachen oder, also wenn ich direkt einen Job finden würde, dann würde ich jetzt auch nicht Nein sagen, da möchte ich den Job nehmen und wenn nicht, dann würde ich weitermachen mit dem Master. Also was auf jeden Fall klar ist, ist es äh ich in Deutschland gerne bleiben möchte, also entweder weiter für Studieren oder für Arbeiten.

I: Und wo kann man denn arbeiten, wenn man jetzt zum Beispiel Bachelorabschluss im Chemieingenieurwesen hat?

E: Ja, wie gesagt, das kann man zum Beispiel in Pharmaindustrien arbeiten. Es gibt sehr beliebtes Unternehmen, das heißt Bayer, die sind hier in der Nähe. Also viele, die in unserer Uni studieren, die gehen zu Bayer, weil die, die sind in NRW und ganz in der Nähe und ja die nehmen auch sehr, sehr gerne Leute aus unserem Studienfach. Ja sonst kann man auch in der Ölindustrie arbeiten und alles Mögliche herstellen. Aber man kann auch zum Beispiel in Umwelttechnik arbeiten. Also man denkt sich das vielleicht nicht, aber das hat auch sehr viel mit der Fach zu tun.

I: Ja, vielen lieben Dank, dass du dabei warst. Und zum Schluss habe ich noch eine letzte Frage. Hast du vielleicht irgendwelche Tipps, irgendwelche nützliche Strategien oder was auch immer für deine Nachfolger und Nachfolgerinnen?

E: Ja, also ich habe ein paar generelle Tipps. Der erste: man muss sich sehr gut überlegen, was man studieren möchte, bevor man das Fach auswählt, denn wir als Ausländer haben jetzt so ein bisschen mehr eingeschränkt, was Fachwechsel angeht. Man darf zum Beispiel nach dem dritten Semester nicht mehr das Fach wechseln und also man kann theoretisch die Universität wechseln, aber es ist auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Zweiter Tipp ist, den Aufwand für Sprachlernen nicht zu unterschätzen, weil ich kenne viele, die das erste Jahr in Deutschland so als Urlaubsjahr betrachten, denn sie müssten ja nicht studieren und die denken sich: „Oh, jetzt ist nur Sprache lernen, das ist ja nicht so viel Aufwand", aber dann kommt man nicht weiter und irgendwann mal stellt fest: „Oh, ich habe jetzt zu viel Zeit verloren und ich habe gar nichts gelernt" und dann, ich kenne sogar eine Person, die nicht mehr das Recht auf Aufenthalt hatte, weil sie dann nach zwei Jahren gar keine Sprachprüfung abgelegt hat. Ja, also man muss das Ganze ein bisschen ernst nehmen.

I: Ja ernster Abschluss, ernst nehmen. Aber wie gesagt, schön, dass du dabei warst und deine Erfahrungen mit uns geteilt hast.

E: Ja, danke, dass ich heute hier sein durfte.

I: Schönen Tag nach Dortmund.

E: Danke.

I: Und bis dann.

E: Ja, bis dann.

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