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Folge 9 - Elidona

Herkunftsland und Erstsprache: AlbanienAlbanisch

Studium in Deutschland: Bachelorstudium Informatik7 Semester — Technische Universität Dortmund

Publikationsdatum: 12.08.2022Aufnahmedatum: 21.09.2021

Folgende Informationen wurden in der Folge erwähnt, hier finden Sie weiterführende Links dazu:

Transkript:

I: Hallo zusammen, guten Morgen am heutigen Dienstag. In der heutigen Podcast-Folge ist uns Elidona zugeschaltet. Sie kommt ursprünglich aus Albanien und befindet sich jetzt in Dortmund, weil sie dort an der TU Informatik studiert. Sie ist bereits im vorletzten, ne, siebten Semester. Hallo Elidona.

E: Hallo.

I: Wie geht's dir?

E: Gut, danke.

I: Ja schön, dass es geklappt hat und dass du mit uns und euch, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, deine Erfahrung teilen möchtest. Du studierst Informatik, ne?

E: Ja.

I: Was macht denn dein Fach aus. Nenne uns bitte fünf Schlüsselworte, die dein Fach oder dein Studium ausmachen.

E: Ja, also fünf Schlüsselwörter, was mein Fach so ausmachen, würde ich sagen, ist Programmieren, Algorithmen, logisches Denken, Datensätze, Datenbank und so weiter.

I: Ganz viele Fachwörter sind gefallen.

E: Ja.

I: Aber wir fangen erstmal von vorne an. Wie, wann oder warum bist du nach Deutschland zum Studium gekommen?

E: Wann, bin ich direkt nach meinem Abitur nach Deutschland gekommen. Das war 2015. Und warum, weil ich irgendwie immer im Ausland studieren wollte und da ich halt Englisch und Deutsch in der Schule als Fremdsprachen hatte, waren für mich die zwei Länder, sage ich mal, England und Deutschland als Möglichkeit und da England relativ teuer war, was ausländische Studenten war, dachte ich mir ja, bleibt Deutschland übrig und, genau, bin dann direkt nach meinem Abi nach Deutschland gekommen.

I: Wie war das damals? Welche Voraussetzungen mussten fürs Studium erfüllt werden?

E: Es waren halt auch formale Voraussetzungen, was war auch halt ein Visum beantragen, sowie sprachliche Voraussetzungen. In der Zeit war halt TestDaF, was ich halt nicht direkt geschrieben habe, sondern indirekt. Da meine Zeugnisse quasi in der Zeit nicht anerkannt wurden, musste ich ein Studienkolleg machen. Und, genau, und das war halt, Studienkolleg ging´s in die technische Richtung. Da habe ich Fächer wie Chemie, Physik, Mathe, Informatik und auch Deutsch geschrieben. Studienkolleg war quasi in der Zeit so eine Mischung zwischen Abi und Erstsemester-Uni.

I: Okay und wie bist du darauf gekommen? Hast du das einfach recherchiert und?

E: Bevor ich mit einem Studium angefangen habe, habe ich auch so ein Jahr als Au-Pair-Mädchen gemacht und meine Gastfamilie

I: Ah.

E: Genau, in Stuttgart, Baden-Württemberg. Meine Gastfamilie hat mir dabei auch ziemlich viel geholfen. Die meinten, ich muss erstmals meine Zeugnisse so prüfen lassen von irgendwelchen Datenbanken und dann habe ich halt meine Zeugnisse geschickt und zur Überprüfung und mir wurde gesagt, dass halt nicht vollständig eine Hochschulreife ist. Deswegen muss ich ein Studienkolleg machen und dann hat mir mein Gastvater geholfen, ein paar Studienkollegs zu finden und ich habe halt ein in Konstanz gefunden. Da habe ich auch eine Aufnahmeprüfung geschrieben und dann das zweite war in NRW, Bochum, da musste ich auch eine Aufnahmeprüfung schreiben. Also glaube ich allgemein, Studienkolleg sind immer mit Aufnahmeprüfungen und dann habe ich mich entschieden, nach NRW zu kommen.

I: Du hast beide bestanden?

E: Beide bestanden, ja.

I: Und dann, okay. Gibt es einen Grund, warum NRW oder warum jetzt Dortmund und nicht Stuttgart oder Konstanz?

E: Genau dafür gibt es auch einen Grund. Ich wollte eigentlich in Baden-Württemberg bleiben, da auch meine Gastfamilie das wollte, die meinten, ja könnte halt irgendwie auch in der Nähe bleiben, die könnten mir irgendwie helfen mit Neben- und Minijob und so was. Aber leider hatte Baden-Württemberg, die für ausländische Studenten diese Steuer eingeführt.

I: Die Gebühren, Studiengebühren?

E: Studiengebühren eingeführt und das war halt, musste dann halt auch noch weitere formelle Voraussetzung war auch Finanzierung, was halt für uns, ausländische Studenten, nicht besonders billig ist und dann waren halt auch noch Gebühren und, genau, das war eigentlich der Grund, wieso ich weg von Baden-Württemberg.

I: Ja und war das leicht, einen Platz an der TU Dortmund zu bekommen? Im Sinne: Hast du dich woanders noch beworben?

E: Ich habe mich auch für, ich weiß nicht genau, Heinrich Halle, Heine, irgendwas in der Richtung heißt die Uni in Düsseldorf, da habe ich mich auch beworben, da wurde ich auch aufgenommen. Aber da wollte ich halt nur Technische Universität, da halt in technische Richtung, also Wissenschaft und Ingenieurswesen sind halt die Technische Universitäten so ein bisschen besser ausgestattet.

I: Hast du gezielt ausgesucht?

E: Ja.

I: Und zufrieden?

E: Ja, sehr zufrieden.

I: Also würdest du im Nachhinein was anders machen wollen?

E: Nee, eigentlich nicht. Also ist halt auf jeden, ich höre das von vielen, ich, dass halt eine Technische Universität deutlich schwieriger ist als eine FH oder eine Uni, würde ich sagen, es gibt voll viele, die

I: Inwiefern?

E: Ja, weil zum Beispiel ich kenne ein paar Freunde von mir, die Informatik an der FH Dortmund studieren und die sagen zum Beispiel, die haben absolut gar keine Studienleistung zu erbringen. Das heißt, die Studienleistung genau ist halt so eine Zulassung für die Klausur in einem bestimmten Fach und die haben das gar nicht. Was halt für uns, Studenten, einfach ist während des Semesters, aber wenn die Klausur kommt, dann ist halt ein bisschen mehr Lernaufwand und TU hat das so, dass halt fast für jedes Studium Leistung zu erbringen ist, was uns irgendwie indirekt festhält, dass wir während des Semesters bisschen für die Klausur am Ende machen und

I: Strukturierter, ne?

E: Genau, strukturierter und das hilft dann uns die Klausur auch besser zu bestehen und halt auch inhaltlich ist halt besser.

I: Ja, jetzt sind schon ein paar Schlüsselworte gefallen, also Studienleistungen, Prüfungsleistungen, Klausur, aber vielleicht erst mal was macht dein Fach aus, welche Teilbereiche gibt es da? Informatik, was soll ich mir da drunter vorstellen?

E: Ich studiere Kerninformatik, d.h. ich muss, wir haben halt Pflichtmodule und Wahlmodule. In Pflichtmodulen hat man ungefähr fast alle Bereiche einmal so quasi angetoucht.

I: Zum Beispiel?

E: Wie Softwareentwicklung, Webtechnologien, man kann auch Richtung Computergrafik gehen oder Datenbank. Das sind halt Pflichtmodule, die man machen muss und dann Wahlmodule sind halt so ein bisschen Vertiefung oder eine genaue Richtung, was man später machen möchte.

I: Und was ist dein Lieblingsbereich?

E: Algorithmen und Softwareentwicklung, ja.

I: Warum? Ist das schon irgendwie zukunftsorientiert?

E: Ja, so ein bisschen schon, aber das, was ich, wie gesagt, ich arbeite jetzt auch in dem Bereich so als Werkstudent zur Softwareentwicklung und zur Richtung Webtechnologien und Algorithmen habe ich als Vertiefung genommen, weil irgendwie, ich war halt in der Schule so ein Mathe-Fan. Und Algorithmen sind halt, anders gesagt, ein Algorithmus ist eine mathematische Lösung für ein Problem.

I: Also du musst sie dann schreiben, ne?

E: Genau, ja.

I: Ja schön und was fällt dir schwer aus diesen Bereichen?

E: In Bereichen von Algorithmen und?

I: Nee, was du genannt hast, die Teilbereiche der Informatik.

E: Was fällt mir schwer, eigentlich

I: Eigentlich nichts.

E: Doch, Praktikum gemacht, das war Hardware-Praktikum. Und das ist halt diese Richtung, so eine Mischung aus Informatik und Elektrotechnik, was halt mit Schaltungen und so was zu tun hat. Das ist nicht so meins.

I: Das war nicht deins.

E: Nee, ich war froh, dass ich das halt hinter mir hatte, weil irgendwie ist halt so eine Mischung zwischen Informatik, Physik und Elektrotechnik, das halt auch ein wichtiger Bestandteil der Informatik ist, aber nicht so meins.

I: Praktikum gemacht, hast du gesagt. Gibt es dann Pflichtpraktika oder macht man das einfach so nach Lust und Laune wegen der Erfahrung?

E: Nee, bei uns sind zwei Praktika, Pflichtpraktika ist einmal Handware-Praktikum, wie gesagt, da wird halt ein bisschen mehr Schaltung, Elektrotechnik mäßig gemacht und halt nur zwei Wochen mit einem kleinen Roboter Versuche und dann Software-Praktikum, wo da eine App entwickelt wird, beziehungsweise ein Spiel, je nachdem wie die Aufgabestellung, jedes Jahr ist anders. Wir sind

I: Ist es dann an der Uni?

E: Genau, an der Uni, ja.

I: Also es ist nicht im Unternehmen?

E: Nee, das ist an der Uni, wird von der Uni organisiert und

I: Also wie so ein praktisches Semester oder, ne?

E: Ja, ist halt nicht komplett das ganze Semester für das Praktikum, sondern ist ein Modul, ist ein Fach, nennt sich

I: So ein Projekt?

E: Genau Software-, Hardware-Praktikum, je nachdem wie die das nennen und man bekommt Projekt, eigentlich im Software-Praktikum sind zwei und man hat eine bestimmte Zeit. Man arbeitet in Gruppen, weil halt die Projekte relativ groß sind. Also ein Spiel zu programmieren alleine würde man nicht in drei, vier Monaten hinkriegen, deswegen ist das halt so eine Gruppenarbeit von sieben bis acht Personen.

I: Wie selbstständig ist man da? Darf man da so eine App oder so eine Richtung aussuchen oder wird einem alles vorgesetzt?

E: Im Praktikum?

I: Mhm (bejahend).

E: Wird eigentlich vorgesetzt, also schon sind die Grundfunktionalitäten, die zum Beispiel diese App haben sollte, aber ist, man ist auch frei halt paar zusätzliche Features, sage ich mal, da hinzufügen ist kein Problem, ist im Gegenteil, ist ein Plus und wird halt auch gut bewertet.

I: Du hast gesagt, ihr arbeitet in Gruppen, sieben bis acht Personen.

E: Ja.

I: Macht man auch einiges alleine oder im Partnerarbeit oder gibt es irgendwie Vorlesungen, wo man einfach frontal unterrichtet wird? Wie sieht es aus?

E: Es gibt halt globale Übungen, auch Kleingruppenübungen, es gibt Helpdesks für fast in jedem Fach, wo man halt hingehen kann und so einzeln quasi erklärt wird, was man nicht verstanden hat, aber im Großen und Ganzen sind die meisten Gruppenarbeiten.

I: Und wer macht das, wenn man nicht verstanden hat, wer unterstützt, sind das auch Studierende oder ist das von der Fachschaft oder von den Professoren?

E: Die meisten sind Studierende, sind halt entweder Masterstudenten oder auch Bachelorstudenten. Ich habe eigentlich auch so einen Job ab Oktober.

I: Ah!

E: Ja. Es ist halt genauso als Tutorin, wo man halt als Student anderen Studenten erklärt, wie das, wie ein bestimmtes Problem gelöst wird und so weiter, weil von der Professorensicht ist halt besser so, weil manche Sachen, dass selbst die Studenten das erklären, weil Art und Weise, zum Beispiel wie ich ein Problem erkläre ist komplett anders mit Art und Weise wie mein Professor das erklärt.

I: Also man stürzt sich gegenseitig und man kennt sich wahrscheinlich dadurch, ne?

E: Genau. Ja, ja.

I: Wie groß ist eigentlich die Abteilung, so ungefähr?

E: Informatikfakultät ist, so genau weiß ich das nicht, aber als ich angefangen habe, waren da ungefähr 500 Studenten, Neustudenten.

I: Neustudenten? Fünfhundert?

E: Ja, was eigentlich mehr als die Hälfte schon abgebrochen hat, beziehungsweise die Uni gewechselt hat.

I: Ist das so jedes Jahr oder?

E: Bin mir da nicht so sicher, um ehrlich zu sein, aber im Informatikfeld ist, also Abbruchquote ist relativ hoch, vor allem an der TU da halt direkt mit Studienleistung und Sachen. Viele haben Angst davor, wenn direkt im ersten Fall quasi die Studienleistung nicht erbringen kannst, dann ist das für viele so quasi ein Zeichen, ja, das ist nichts für mich.

I: Das kann ich nicht.

E: Ja und

I: Also Studienleistungen hast du genannt, Prüfungsleistungen. Gibt es da eine Klausur, gibt es andere Projekte wahrscheinlich, sind auch Studienleistungen, oder?

E: Genau, es gibt halt in meisten Fächern sind Klausuren zu schreiben am Ende des Semesters. In manchen Fächern gibt's halt, wie gesagt, ist die Studienleistung, weil meistens sind halt Übungsaufgaben, wo man die lösen und abgeben muss und dann bestimmte Punkte kriegt und z.B. dieses Semester habe ich als Vertiefungsfach Webtechnologien geschrieben und da war die Studienleistung ein Projekt, eine Webanwendung zu programmieren, zu entwickeln. Genau, das war halt auch eine Gruppenarbeit, das haben wir zu dritt gemacht und das war die Studienleistung für die Klausur.

I: Ja und was macht man so in der vorlesungsfreien Zeit? Macht man dann auch diese Studienleistungen oder Prüfungsleistungen oder hat man eher Zeit für den Job?

E: Eigentlich Semesterferien sind bei uns, bei mir waren mindestens bis jetzt meistens Klausuren schreiben, je nachdem wie man das Semester geplant hatte, z.B. dieses Semester hatte ich nicht viel zu schreiben, da ich halt schon im dritten, vierten Semester so richtig reingehauen habe und die meisten schon hinter mir, hatte so einen Monat frei, ein bisschen halt, sage ich mal, das Leben

I: Genossen.

E: gelebt habe. Genau. Und ich habe, ja wie gesagt, Semesterferien sind bei uns an der TU nicht nur für mich als Informatikerin, sondern halt auch für die anderen Studiengänge eher Klausuren schreiben, ist halt Klausurphase.

I: Ja und hast du schon ein konkretes Berufsziel vor Augen? Du bist ja bald fertig, oder machst du weiter, oder nicht?

E: Ich glaube, bei mir ist nicht so ganz klar, was ich machen werde, aber ich glaube, ich werde erstmal mit Master anfangen, damit ich das komplett hinter mir habe, weil, ja. Wenn ich das jetzt auf später verschiebe, werde ich sehr wahrscheinlich mehr warten (?) und ja, wie gesagt, Master und so nebenbei arbeiten und dann vielleicht später

I: Master bedeutet wie viele Semester noch?

E: Vier.

I: Vier.

E: Ja.

I: Was sind so die wichtigsten Branchen, wo man dann tätig wird?

E: Meistens Softwareentwicklung ist relativ beliebt. Eigentlich Informatik braucht man, IT-Menschen braucht man fast überall.

I: Überall, in jedem Unternehmen, in jedem Fach, in jedem... Ja, stimmt.

E: Genau. Und vor allem jetzt auch Corona, ist

I: Ja, stimmt, ja. Alles digital und wie war das eigentlich, weiß nicht, das kann man wahrscheinlich in einem Satz nicht erklären. Wie war das digital in Informatik?

E: Am Anfang ein bisschen schwer, weil das halt irgendwie neu war, aber im Nachhinein wurde das für uns, ich sage jetzt nicht Informatik, sondern halt TU allgemein relativ gut, weil halt, ja, man hat nicht immer die Möglichkeit, die Vorlesungen als Video zu bekommen und du kannst halt die ganze Zeit wiederholen, wenn du was nicht verstehst, dann spülst du wieder zurück und hörst du das nochmal. Und wenn man im Vorlesungssaal sitzt, dann sitzt man da auch mit ein paar Freunden und quatscht so ein bisschen und verpasst einiges.

I: Also das war eher vorteilhaft und die Gruppenarbeit? Wie hat man die dann

E: Das haben wir auch online hingekriegt irgendwie.

I: Ja? Jeder am Rechner und dann noch mit Video.

E: Genau. Mit Video, Bildschirmfreigabe und so weiter ist auf jeden Fall anders. Gruppenarbeit hätte ich gerne vor Ort gehabt, aber irgendwie haben wir da auch so hingekriegt.

I: Ja dann schauen wir positiv in die Zukunft, dass es im nächsten Semester klappt wieder in Präsenz, ne?

E: Ja, hoffe ich auch.

I: Ja, das wünsche ich dir und allen anderen. Ja vielen Dank, dass du mit uns deine Erfahrung geteilt hast. Hast du vielleicht noch zum Schluss einen Tipp für deine Nachfolger und deine Nachfolgerinnen?

E: Ein Tipp, würde ich sagen, Informatik macht Spaß, man sollte keine Angst haben, sowas zu studieren und man braucht auch dafür keine richtige, sage ich mal, Vorkenntnisse zu haben. Also es reicht nur Interesse und Mathe zu mögen.

I: Mathe, Interesse und

E: Mathe, Interesse und das war´s und macht auf jeden Fall viel Spaß.

I: Fleiß. Wie gesagt, alles Gute und vielen Dank. Macht´s gut, Elidona.

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