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Folge 22 - Reem

Herkunftsland und Erstsprache: SyrienArabisch

Studium in Deutschland: Bachelorstudium Soziale Arbeit7 Semester — Katholische Hochschule Freiburg

Publikationsdatum: 11.11.2022Aufnahmedatum: 04.11.2021

Folgende Informationen wurden in der Folge erwähnt, hier finden Sie weiterführende Links dazu:

Transkript:

I: So, hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Mein Studienstart in Deutschland. Heute habe ich eine sehr interessante Gästin, kann man sagen, bei mir. Sie ist Mutter von vier Kindern, die alle in Deutschland studieren und sie selbst studiert auch an der katholischen Hochschule Freiburg. Sie ist im siebten Fachsemester. Was sie studiert, sage ich auch gleich und sie heißt Reem Ganem. Herzlich willkommen und hallo!

R: Hallo, guten Tag.

I: Hallo.

R: Hallo.

I: Wie geht es dir?

R: Ja gut, danke und dir?

I: Ja, mir auch gut.

R: Ja, gut.

I: Also, du studierst soziale Arbeit auf Bachelor, ne? An der katholischen Hochschule Freiburg und bist fast fertig, kann man so sagen, oder?

R: Ja, hoffentlich, jetzt im 7. Semester meine Bachelorarbeit dann bis Ende fertigmachen.

I: Ja. Ja, also es ist so viel Informationen, ich hoffe, dass ich im Laufe der Folge auch mehr und mehr über dich erzähle, beziehungsweise du über sich selbst, ne?

R: Ja, danke.

I: Also du bist sozial, sehr engagiert.

R: Ja.

I: Du bist im Offenbacher Integrationsbeirat tätig, ne?

R: Offenburg.

I: Offenburg, Entschuldigung, genau. Stadt Offenburg, Integrationsbeirat für den syrischen Freundeskreis Ortenau.

R: Ich bin die Vertreterin und Sprecherin des Vereins.

I: Ja, sehr schön und erzähl mal erstmal vielleicht: Wie bist du nach Deutschland gekommen und wann?

R: Ja, Anfang 2016 sind wir nach Deutschland gekommen als Familie, mein Mann und vier Kinder und ich. Ja, durch die Balkanroute, wie die anderen Flüchtlinge: ein bisschen durchs Meer, ein bisschen laufen, ein bisschen mit dem Zug, mit dem Fuß. Ja, das war anstrengend, aber am Ende ja sind wir dann in Deutschland, Gott sei Dank.

I: Oh je! Ihr habt es geschafft.

R: Ja, wir haben es geschafft.

I: Ja und erzähl mal, wie schafft man in knapp sechs Jahren Sprache zu lernen, Studium zu beginnen und auch alle deine Kinder? Wie machst du das?

R: Eigentlich ich bin eine Frau, die immer das Gefühl hat, dass ich, ja die Fähigkeit habe und ja viel Kraft, viel Energie und manchmal interessiert mich sehr, dass ich die Leute auch so helfe und unterstütze. Deshalb ja, habe ich bemerkt, ja, ich muss hier etwas auch machen. Muss man diese Hände vielleicht ja auch die Leute zu helfen und ja zu begleiten. Deshalb habe ich hier entschieden, dass ich auch hier studieren muss und dann ja, meine Zukunft noch einmal in meinem neuen Heimatland anfangen.

I: Ja, schön, also wie gesagt sehr mutig und sehr beneidenswert. Sag mal, was macht dein Fach aus, dass wir erstmal so einordnen, Soziale Arbeit, würdest du das mit fünf Schlüsselworten beschreiben?

R: Ja, das kann man, diese professionelle Hilfe, da man auch immer so viel hilft, aber wenn die Hilfe professionell ist, das wird besser. Autonomie ja, Hilfe zur Selbsthilfe für die Leute ermöglicht. Ja, Intervention kann man auch mal sagen, die Menschen befähigen, Probleme bewältigen ja so.

I: Ja, das waren schon fünf, ne?

R: Ja.

I: Ja und sag mal, wie entstand dein Interesse, dieses Fach zu studieren?

R: Ich, das interessiert mich, ja. Es kommt aus verschiedenen Gründe, aus religiösen Gründe, aus auch da wir auch, auch bei Bibel das steht, dass man die Leute immer helfen muss. Wenn die Lösungen finden oder die Schwierigkeiten bewältigen, dann wird er das auch selber bekommen. Ja, außerdem auch, ja, das interessiert mich auch, dass ich die Leute so helfen, so viel ich die Fähigkeit habe. Ich habe die Fähigkeit, warum nicht?

I: Ja, klar. Ja und sag mal, welche Hürden mussten denn genommen werden, um an das Studium, an diesen Studienplatz zu kommen? Musstest du dann sprachlich, also sprachlich und auch formell.

R: Ja, sollte man zu Anfang die Sprache gut beherrschen, weil unsere Arbeit immer mit Leute ist. Dann sollte man wirklich die Sprache lernen, nicht ja nur eine Berufung zu schaffen. Das geht nicht. Sollte man wirklich.

I: Also du musstest eine Prüfung ablegen?

R: Ja, ja, musst mal bis C1 Telc Hochschule.

I: Wo hast du das gemacht?

R: Eigentlich ich habe bis B2 hier in Offenburg bei IDS gemacht und dann am C1 gab es ein Problem, dass wir vier Personen C1 (unv.) sollten und das war der erste C1-Kurs bei IDS hier in unserer Zeit. Und dann wir haben von IDS bekommen, dass das ist unmöglich vier Personen auf einmal von eine zu Hause, eine C1 zu bekommen. Und die anderen, die warten noch, da sollte eine Auswahl. Und dann nur mein Sohn Mohammad hat der Auswahl gewonnen und die anderen nicht. Dann sollte ich sehr schnell da, ja, ich möchte kein ganzes Jahr dann verlieren. Habe ich das auf meine ja eigene Tasche gemacht in Karlsruhe. Das war sehr intensiv. Nur fünf Wochen in Karlsruhe. Okay. Täglich habe ich hier

I: Ja, also ein Intensivkurs.

R: Ja, täglich.

I: Ist das an der Universität gewesen, oder?

R: Ne, ne, ne das war in einer Sprachschule, ja, in Karlsruhe. Und dann

I: Und dann?

R: Ja, zuerst zu Anfang erstes Mal, ja war schwierig, natürlich habe ich nichts geschafft, aber dann ja, gut geschafft.

I: Okay, also du hast dann Telc belegt, ne?

R: Ja, ja, Telc-Hochschule.

I: Und dann hast du dich dann gleich beworben?

R: Ja und natürlich, es gab so viel. Manchmal wenn man bei, als Arbeitslosengeld-II-Empfänger ist, dann bekommt immer man diese so viel Stress, so viel Druck, ja, dass er sehr schnell etwas entscheiden sollte oder die Entscheidung treffen. Dann habe ich vielmals als Ausbildung ja in vielen Bereichen mich beworben, aber tatsächlich das war Januar als Beruhigung, bis ich mein Ziel erreiche und die gleichzeitig habe ich auch in der Hochschule.

I: Also du hast dich um einen Ausbildungsplatz beworben? Habe ich richtig verstanden?

R: Ja, ja und ich habe Zusage bekommen auch, als Jugend- und Heimerzieherin habe ich die Zusage auch bekommen und ich sollte nur meine Unterschrift dann und bezeichnen, aber nein, das war nicht mein Ziel. Ich habe gewartet, bis ich auch die Antwort von der Hochschule. Ich habe viel gefragt, viel Beratungen bei Diakonie, ja welche Hochschule ist besser, bei Caritas und die die Leute, die hier sind. Dann habe ich entschieden, dass ich auch bei der katholischen Hochschule mich zu bewerben und ja, Gott sei Dank, habe ich die Zusage bekommen.

I: Hast du die Zusage bekommen.

R: Ja und das war eine Überraschung für meine, für meine, meinen Ansprechpartner im Jobcenter: „Wie hast du das geschafft? Wann hast du das gemacht? Das war schwierig, okay oder?“

I: Ja, klar.

R: Ja, aber ich habe die Erfahrung auf jeden Fall. Dann habe ich das geschafft auf jeden Fall.

I: Musstest du ein Gespräch führen oder ein Motivationsschreiben verfassen oder?

R: Ja, ja, sollte man eine Bewerbung, eine ja eine Einschreibung und Lebenslauf, ja und ich habe auf jeden Fall, ich hatte meine Vorerfahrung, die Arbeitszeugnisse und alles mitgebracht, natürlich habe ich alles, ja dann gegeben und, Gott sei Dank, habe ich ein, einen Platz, Studienplatz bekommen. Das war für mich, ja, das war das war für mich sehr, mein größter Frieden, Zufriedenheit.

I: Und du hast mir noch im Vorgespräch erzählt, dass du auch eine Ausbildung parallel abgeschlossen hast, eine ganz andere noch.

R: Ja, ich hatte einen Anruf von einem Institut, die muslimische Krankenhausseelsorge Ausbildung machen.

I: Okay.

R: Und die haben mich gefragt wegen die, ob jemand Interesse hat, um Ausbildung mit ihnen zu machen. Dann habe ich mit ihnen, ja, wir haben zusammen uns unterhalten. Dann habe ich gesagt, ja, ich bin auch bereit, das zu machen. Das war große Zufriedenheit, wenn die, ja gesagt: „Ja, bitte, wir brauchen deine Hilfe“. Dann habe ich mich beworben und ja ein Ausnahme-, Aufnahmegespräch gemacht und dann geschafft auch.

I: Das war jetzt parallel tatsächlich?

R: Ja; aber das war auch sehr schwierig. Das war Herausforderung, weil die ganze Woche war ich immer im Studium, am Wochenende Samstag und Sonntag war von 9:30 bis 16:30 Uhr.

I: Die Ausbildung?

R: Das war... ja die Ausbildung. Die Ausbildung war am ganzen Wochenende. Meine Kinder haben immer „so viel Stress, Mama, das geht nicht, weil auch wir brauchen“

I: Ja, natürlich, Dich.

R: „Dich“, ja aber das war für mich auch wichtig.

I: Und wie lange hat´s gedauert?

R: Ein Jahr.

I: Ein Jahr, Okay.

R: Ja. Ja und dann, da die Prüfungen, ja die Prüfungen waren im September: mündliche Prüfung und schriftliche Prüfung und dann die

I: Also vor einem Monat sozusagen.

R: die Zeugnisabgabe; ja, ja, und die Zeugnisabgabe war am 24.10.

I: O je!

R: Ja, ja und aber geschafft.

I: Wahrscheinlich kannst du es auch ganz gut mit deinem Fach verbinden, ne? Soziale Arbeit?

R: Ja, natürlich, ja, natürlich. Die Patienten auch brauchen uns. Die brauchen uns, ja.

I: Ja, dann vielleicht sprechen wir noch über dein Studium. Erzähl mal, wie ist es aufgebaut? Welche Teilbereiche gibt es?

R: Gibt´s Psychologie, Soziologie, gibt es ja Geschichte zur sozialen Arbeit. Es gibt viele Bereiche in, wie kann man diese Gesprächsführung machen, Carl Rogers, es gibt auch Philosophie, es gibt auch in verschiedene Handlungsfelder z.B., ich bin jetzt im Handlungsfeld die Arbeit, soziale Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es gibt ja verschiedene Bereiche zur Gesundheit, die Arbeit mit älteren Menschen. Ja, ja es gibt so viele Bereiche,

I: Und welche ist dein Lieblingsbereich?

R: Familienberatungen. Ja, ja, bin ich jetzt in der Arbeit soziale Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

I: Und das magst du?

R: Ja, das mag ich, ja, weil auch die, die jungen Menschen, ja, die brauchen uns und besonders in dieser Zeit von Corona und immer online, dann haben die Leute so viel mit online beschäftigt, dass die Jugend, das Jugendliche jetzt, es wird jetzt eine Herausforderung zwischen den Eltern und Jugendlichen so viel zu kontaktieren. Das ist jetzt mein Ziel. ja, dass ich, ja

I: Und wie sind diese einzelnen Bereiche aufgebaut? Da sind dann Module? Gibt es dann Vorlesungen oder?

R: Es gibt, ja, es gibt, es gibt die Module z.B. ein Modul Multiple Gesellschaften, das waren drei Fächer zusammen, wenn man eine nicht schaffen kann, dann sollte drei Fächer zusammen dann wiederholen. Gott sei Dank, das war letztes Fach, wo ich das Ergebnis bekomme ja und es gibt auch die Module, z.B. ich habe die Recht vergessen, lernt man immer Recht und jedes Semester sollte man einen Bereich von Gesetzbuch dann lernen, Kinder- und Jugendarbeit, die, z.B. die Haftung, Bürgergesetzbuch usw.

I: Klar, muss man sich auskennen.

R: Ja, ja muss man alles dann lernen und beschäftigen, ja.

I: Und du sagst, hast du Ergebnis bekommen. In welcher Form? Ist das ein Klausur? Ist das eine Hausarbeit oder was ist das?

R: Es gibt viele, es gibt viele Klausuren sowie auch Hausarbeiten. Oh mein Gott, das ist meine Herausforderung, die Hausarbeiten. Die sind nicht einfach für ausländische Studenten, auch wenn man

I: Inwiefern?

R: Ja, ja, wenn man, auch wenn man so viel Grammatik gelernt hat, aber trotzdem es gibt immer diese Herausforderung, weil, wenn ich jetzt schreibe, schreibe ich wie ich denke oder wie man auf Arabisch das sprichst und manchmal gibt es eine andere Umformulierung auf Deutsch und man braucht immer jemanden ihm zu helfen und um die Hausarbeit einmal zu lesen und ja und umformulieren, das geht nicht um die grammatischen Fehler, sondern manchmal Umformulierung.

I: Ja, lexikalische.

R: Und nicht aus Rechtschreibung, weil wenn man bis C1 Telc-Hochschule erreicht, dann sollte die Grammatik gut beherrschen. Das Problem wird nur ja wegen der Umformulierung, wie nennt man das auf Deutsch.

I: Ja und wie hast... Von wem hast du diese Hilfe erfahren?

R: Ja, jedes Mal hatte ich, ja ein besseres immer bestimmt mir geholfen, manchmal gab die Kommilitonen in der gleiche, im gleichen Semester oder ja, ich hatte die Freunde, ich habe die Freunde hier, z.B. ich habe einen Freund, der ein Pfarrer ist. Er ist ein Lehrer bei mir, in der, weil als ich die Vertreterin des Vereins, habe ich, habe ich für die Leute Sprachkurse online gemacht, ja und es gibt die Lehrer, die bei mir als Lehrer, die sind ehrenamtliche Deutsche, es gibt eine deutsche Lehrerin, sie ist Deutschlehrerin in der Hochschu..., in Deutschland, ne, in Deutschland, aber sie ist jetzt in Rente ja, ja und auch ein Pfarrer. Es gibt, ja manchmal gibt es immer die Leute, die

I: Und sie haben dich auch unterstützt, ne?

R: Ja unterstützt und die ja Interesse haben, mir zu helfen.

I: Ja und von Mitstudierenden, hast du ja gesagt. bekommt man Hilfe, arbeitet man auch im Studium zusammen oder kann man durch Studium allein irgendwie durch?

R: Als wir in Präsenz waren, das war ein bisschen leichter. Wir konnten diese Gruppenarbeit zusammen ja machen, kann man diese Lerninsel zusammen, ja, kann auf Lerninsel zusammen in der Hochschule sitzen und ja zusammen lernen, die Aufgaben zusammen machen oder vielleicht nur austauschen. Seit dem Corona wird das schwieriger, dass wir, ja, als ich die einzelne Studentin hier in Offenburg bin. Ja und es gibt ja viele Schwierigkeiten, gibt es viele auch Studenten, die in Coronazeit, dann ein Urlaubssemester oder ja Pause Semester gemacht haben. Deshalb bin ich alleine, aber auf jeden Fall alleine kann ich das schaffen, ja kann man das schaffen. Sagt man nicht, dass keine Schwierigkeiten gibt oder keine Herausforderungen gibt, nein. Es gibt so viel.

I: Aber gibt es wahrscheinlich auch Unterstützung von der Universität, irgendwie von der Fachschaft oder?

R: Ja, ja, ja, z.B. International Office hat uns als ausländische Studenten so viel geholfen, unterstützt ja in der, es gibt die, manche Fächer, die für uns zu Anfang schwierig waren, z.B. Recht, kann man diese Wörter - Fachbegriffe auf Recht, nicht sehr schnell lernen und nicht immer verstehen. Dann unser Professor von dem Fach hat uns auch manchmal als, als Nachhilfe gemacht. Ja, das war super. Das war super. Es gibt viele Professoren, die sehr engagiert sind und so viel helfen möchten, ja. ich kann nur das sagen, die sind super, prima.

I: Und sag mal, gibt es in deinem Fach auch viele internationale Studierende?

R: Jetzt im 5. Semester und 6. Semester gibt es ja 4-5 Studenten, aber zu Anfang waren wir sehr wenig und es gab die Leute, die bis dritten Semester gemacht hatten und dann aufgehört. Dann haben ja mit uns am 5. Semester zusammen dann teilgenommen. Aber auf jeden Fall, wir waren ungefähr 3-4 Studenten, aber von Syrien als Flüchtlinge es gibt nur eine, es gab nur eine mit mir.

I: Ja, also ist die Hochschule allgemein groß? Ich meine, wie viele Studierende, weißt du das?

R: Eigentlich nein, tut mir leid.

I: Okay. Ja Freiburg hat ja auch noch die Universität, ne?

R: Ja, ja, es gibt pädagogische Hochschule, es gibt evangelische Hochschule, es gibt so Universität Freiburg, ja, so viel.

I: Stimmt. Und du hast zwar schon gesagt, dass du recherchiert hast und die katholische Hochschule empfohlen bekommen hast, aber die anderen hast du auch wahrscheinlich alle dir angeschaut, ne?

R: Ja ja, ich habe alles angeschaut, aber ich habe diese Bewertung gesucht auch. Ich habe gelesen, was die anderen Studenten über die katholische Hochschule.

I: Wo hast du gelesen?

R: Ja, im Internet.

I: Erzähl mal, wo sucht man das?

R: Ich habe immer mit Google

I: Okay, gegoogelt.

R: Ja, mit Google, ich habe gegoogelt und ich habe Google Übersetzer, ich hatte, weil ja, ich sollte immer übersetzen zu Anfang benutzen. Ja, dann habe ich ja gelesen, das ist sehr warm, die Professoren sind hilfsbereit, auch die Mitarbeiter kann man sehr schnell das auch ja schaffen und so weiter und so fort und das interessiert mich eigentlich. Deshalb habe ich entschieden, dass ich an der katholischen Hochschule dann mich bewerben möchte und wirklich, ich habe das gefunden.

I: Ja, also katholisch heißt ja, der Träger ist die katholische Kirche. Merkt man das auch noch irgendwie, dass es, ja, was ist noch an der Hochschule katholisch?

R: Ja, die katholische Hochschule, ich glaube, Caritas ist der Träger, aber das ist bunt, sagt man so. Ja, es gibt viele Muslime, es gibt viele auch evangelisch, obwohl ist eine andere Hochschule in Freiburg gibt, aber es gibt evangelische Personen, es gibt andere, Sekten z.B., Drusen, es gibt, ja, ich habe so viel, es hat, ich habe so viele Leute von verschiedenen, es gibt auch die Juden, ja, verschiedene.

I: Ja das ist wichtig zu wissen, ne? Weil viele denken: „Katholische Hochschule, okay, ich bin nicht katholisch bewerbe ich mich nicht“, aber so stimmt es gar nicht.

R: Ne, ne, ne das spielt überhaupt keine Rolle, überhaupt keine Rolle. Die sind sehr nett und nur zu erklären: Es gab einen Stellraum, wo man beten darf als katholisch, aber ich durfte als Muslima auch im gleichen Platz auch gebeten, unser Gebet.

I: Ach, ja, schön.

R: Ich bin, ich bin sehr tolerant, es, es, ich bin sehr tolerant behandelt eigentlich. Ja, ich muss das sagen. Die sind toll.

I: Ja dann habe ich noch eine Frage zu dem Praktikum. Gibt es denn, ja Pflichtpraktika, muss man praktische Semester absolvieren?

R: Ja, ja, im 4. Semester muss man sechs Monate als Praxissemester machen.

I: Es ist Pflicht?

R: Das ist eine Pflicht und darf man nicht auf im 5. Semester dann anfangen und die Fächer vom 5. Semester dann ja machen, ohne ein Praxissemester oder Praxisbericht, ja abzugeben. Und das, ja das sollte im Bereich soziale Arbeit, in einer der Bereiche soziale Arbeit sein.

I: Sucht man dann selbst die Stelle oder gibt da irgendwie Unterstützung?

R: Ja, ja.

I: Selbst. Und wo hast du das gemacht?

R: Ich habe im Frauenhaus Offenburg, hier in Offenburg gemacht. Eigentlich ich habe drei Zusagen. Ich habe auch bei Familienzentren mich beworben. Ich habe drei Zusagen bekommen. Aber tatsächlich habe ich die Arbeit mit Frauen, ja, ausgewählt, dass ich auch diese Rechte von Frauen und das interessiert mich sehr.

I: Und das ist wie eine Vollzeitbeschäftigung, also du gehst praktisch jeden Tag dahin und machst

R: Ja.

I: Ja.

R: Ja, ja. Soll man, ja, soll man in Vollzeit, sechs Monate arbeiten. 100 Tage, die sind, aber es gibt manchmal ja mehr als 100 Tage, ich habe sechs Monate zusammen gemacht, in Vollzeitarbeit.

I: Und das hat dir auch fachlich viel gebracht, ne?

R: Ja, natürlich lernt man immer.

I: Ist es dann auch bezahlt?

R: Ja, nicht alle Praxis bezahlen gut, ja, die bezahlen sehr wenig, aber ja, es geht.

I: Aber immerhin.

R: Ja, ja, es geht.

I: Ja, und das ist dann wahrscheinlich das Modul, Praxismodul, ne, im Studium?

R: Ja, das ist auch im 4. Semester und darf man nicht zum 5. Semester, die Module vom 5. Semester machen, ohne einen Praxisbericht und ja, es gibt so viele Sachen, die man dann abgeben. Es gibt Supervisionen auch, ja.

I: Alles klar.

R: Und sollte man auch mit Supervisionen immer sprechen und ja, die Situation abklären, wenn man Schwierigkeiten hat.

I: Supervisionen, die gibt es, die gibt es eben im Sozialbereich, ne? Vielleicht erklärst du uns kurz, was ist das?

R: Ja, Supervisionen ist, der Supervisor ist eine Person, die ausgebildet ist, um die Schwierigkeiten zu bewältigen oder eine Lösung zu finden, wenn man als soziale Arbeiterin oder als Psychologin mit, durch diese Interventionen Schwierigkeiten hat oder etwas ein bedeutsam dann hat, dann sollte man mit Supervisor:innen darüber reden, wenn man Schwierigkeiten in Arbeit mit den Fällen oder auch selber etwas

I: Und das übt man in deinem Studium?

R: Ja.

I: D.h. kommt jemand und man tut so, als ob man jetzt Patient oder?

R: Wir gehen. Wir gehen, wir hatten monatlich einen Termin mit Supervisor:innen.

I: Okay.

R: Und jeder, vier oder fünf Personen haben eine besondere Supervision, das hat uns unsere Hochschule ermöglicht. Und das bezahlt von unserer Hochschule und dann sollte sie uns hören: Was haben wir gemacht? Welche Schwierigkeiten gibt?

I: Doch in echt, nicht gespielt, ne?

R: Das war, das war super auch. Wenn man ja diese Schwierigkeit hat mit, der Fehler zu arbeiten oder manchmal hat man zu viel Mitgefühle oder Empathie oder was ihm auch schlecht bewegt oder beeinflusst, das sollte man mit Supervision darüber reden.

I: Ja, klar, wie geht man damit um, ne? Okay. Ja, sehr interessant. Ja, okay. Sag mal, du bist ja schon.am Ende deines Studiums. Hast du schon eine Zukunftsvorstellung? Was möchtest du machen?

R: Ja, meine Zukunft jetzt möchte ich als systemische Familienberaterin arbeiten nach dem Studium, möchte ich jetzt meinen Master im Bereich Beratung. Auf jeden Fall habe ich

I: Also weiterstudieren.

R: Ja, ja, weiterstudieren, aber ich habe jetzt auf jeden Fall eine Ausbildung, neue Ausbildung als systemische Familienberatung auch. Das ist ein Angebot von der Schule, parallel mit anderer Organisation, auch mich angemeldet und dann im Februar werde ich dann anfangen. Und das wird immer auch als Wochenendseminare, aber nicht Samstag und Sonntag, sondern Freitag und Samstag.

I: Freitag und Samstag, okay.

R: Besser.

I: Und Master machst du dann anschließend nach einem Jahr wahrscheinlich, oder?

R: Ja, ich glaube nächstes Jahr, wenn ich ja noch die Fähigkeit habe.

I: Auch an der katholischen Hochschule Freiburg?

R: Ich glaube dieses Semester haben die katholische Hochschule nicht, ich glaube, werde ich dann in andere Hochschule mich bewerben, ja.

I: Ja, dann wünsche ich dir dabei viel Erfolg.

R: Ja danke.

I: Wo kann man denn noch arbeiten, wenn man soziale Arbeit studiert? Beratung?

R: Alle Bereiche brauchen, alle Bereiche brauchen soziale Arbeit, in den Beratung stellen, Jobcenter, Kommunalarbeitsförderung Stadt Offenburg, Ausländerbehörde, Landratsamt, bei Caritas

I: Wahrscheinlich auch in Unternehmen, ne?

R: Ja, ja, alle Unternehmen

I: große Unternehmen.

R: ja, auch Krankenhäuser, Altenpflegeheime, ja alle, alle, alle Bereiche die brauchen unsere Hilfe, ja.

I: Na schön. Ja, vielen Dank, dass du so, ja so engagiert, alles uns präsentiert hast und deine Erfahrung mit uns und den Zuhörer und Zuhörerinnen geteilt hast. Vielleicht noch zum Schluss: Hast du wertvolle Tipps für deine Nachfolger und Nachfolgerinnen, die vielleicht auch als geflüchtete nach Deutschland gekommen sind oder einfach internationale Studierende, die denken: „Ja, ich würde schon gerne soziale Arbeit studieren?“

R: Ja, immer sollte man diesen positiven Eindruck haben, dass ich das kann. Ja, natürlich gibt es zu Anfang viele Schwierigkeiten, wenn man in dem ersten oder zweiten Semester wird nur 10 Prozent oder 20 Prozent am Anfang in der Vorlesung und die anderen 80 Prozent wird man immer, ja was

I: Versteht man nicht, meinst du?

R: Ne, ne, ja, das meinte ich. Am Anfang wird es schwierig, aber dass man, muss man nicht auf aufgeben. Ja, immer ja selber ermutigen, diese Energie, immer gut Energie zu haben ja und gut Kraft.

I: Und ich glaube, dein Engagement unterstützt dich auch in allen Bereichen, ne? Wenn du siehst, du kannst helfen.

R: Ja, ja aber ich kann nicht auch, ich kann nicht auch die Unterstützung von meiner Familie leugnen. Da mein Mann auch hat mich so viel unterstützt, so viel geholfen. Ja und er hat zu, damit einverstanden, dass ich eine Studentin bin auch meine Kinder, sonst könnte ich nicht weitermachen

I: Genau, wie haben das die Kinder angenommen: Wir studieren und die Mama studiert? War das gut?

R: Ja, ja, die Kinder jetzt alle studieren, ja, alle Studenten hier in Deutschland, überall: Ulm, Karlsruhe Offenburg. Ja und mein Mann jetzt zu Hause, weil er die Anerkennung noch nicht bekommen, sein Zeugnis als Arzt, dann hat mich so viel unterstützt. Er ist orthopädischer Chirurg.

I: Okay. Musst noch einiges machen.

R: Ja, er hat mich so viel unterstützt, ja, sonst könnte ich das nicht machen.

I: Ja, sehr schön, wie gesagt, vielen lieben Dank, dass du dabei warst und alles Gute für deine Zukunft.

R: Ja, ja, sehr gerne. Danke dir, dass ich auch dabei ja sein durfte. Das freut mich sehr.

I: Das hat mich auch sehr gefreut, dich kennenzulernen. Dann alles Gute.

R: Ja, danke.

I: Tschüss.

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